Zeitreisen

Dieser Text wurde von mir in einer Forendiskussion veröffentlicht und gibt einen Überblick, welche Auswirkungen Zeitreisen haben können. Es ist keine Ausarbeitung, die auf wissenschaftlichen Fakten beruht, sondern einzig eine Sammlung von Ideen von mir mit Eindrücke und Einflüsse aus verschiedensten Quellen. So, dann melde ich mich doch auch mal zu Worte bei einem Thema, das wie geschaffen für mich ist:

Beginnen wir mal mit dem zu Grunde liegenden Prinzip, der Zeitdilatation. Dabei gibt es eine, eigentlich recht einfache Formel:

t' = t * Wurzel( 1 - ( v / c )² )

t': Zeit des "Reisenden" t: Zeit des "Stehenden" v: Geschwindigkeit des "Reisenden" c: Lichtgeschwindigkeit ( *: Malzeichen)

Mit dieser Formel kann man nun ausrechnen, wieviel Zeit auf der Erde vergeht (die mehr oder weniger steht) und einem Menschen, der sich sehr schnell bewegt. Mit diesem Zusammenhang lässt sich jetzt auch ganz leicht die Reise in die Zukunft erklären. Wenn v sehr groß ist, also fast so groß wie c, dann ist v/c und auch ( v/c )² fast gleich 1. Also ist (1 - (v/c)² ) fast 0 und somit ist auch t * Wurzel (1 - (v/c)² ) fast 0. Egal, wie viel Zeit auf der Erde vergeht, für den Reisenden vergeht so gut wie keine Zeit. Mal als Beispiel: Wir reisen mit 99,9% der Lichtgeschwindigkeit. Wenn auf der Erde jetzt ein Jahr vergeht, sind das für uns nur etwa 16,3 Tage. Je schneller wir sind, desto kleiner ist diese Zeit für uns. Das es wirklich so ist, wurde mit dem s.g. Myonenexperiment gezeigt. Myonen sind ganz kleine Teilchen, die innerhalb sehr kurzer Zeit zerfallen. Da sie aber sehr schnell sind, haben sie eine viel längere Lebensdauer und zerfallen somit erst in der weiten Zukunft, in die sie gereist sind. Bei der Reise in die Zukunft entstehen auch keinerlei Probleme mit irgendwelchen Zeitlinien, da alles noch völlig linear ist und wir "unser" Universum" nicht verlassen. Während wir in unserem Raumschiff sitzen, vergeht die Zeit auf der Erde ja ganz normal, nur halt ohne uns (merken, ist wichtig) . Nur so nebenbei, über die Hitze brauchen wir uns auch keine Gedanken machen, da wir das ja nicht unbedingt in der Atmosphäre machen müssen, sondern im Vakuum, fast ohne Reibung. Wenn wir dann bremsen und auf die Erde zurück kommen, ist das halt eine Welt, die die letzten Jahre ohne uns auskommen musste, aber es ist (nach unserer Sicht) die Zukunft, da wir scheinbar einen Zeitsprung gemacht haben.

Ein bisschen anschaulich kann man sich das ganze so vorstellen: Wenn wir uns mit der Lichtgeschwindigkeit von der Erde weg bewegen und zurück schauen, dann sind wir genau so schnell wie die Bilder, die uns von der Erde nachfliegen. Um uns herum ändert sich also nichts, es können uns keine neuen Informationen erreichen und daher steht unsere Zeit (ist sehr vereinfacht, aber vielleicht am ehesten vorstellbar).

Die Reise in die Vergangenheit ist da schon schwerer... Gehen wir erst mal davon aus, dass wir in die Zukunft gereist sind und wieder zurück wollen ( das ist noch einfacher). Aber erst mal wieder von den Formeln ausgehend: Wenn wir schneller sind als das Licht, dann ergibt sich aus der Formel für die Zeitdilatation eine negative Wurzel und wie wahrscheinlich einige von euch (und ich glaube, es sind sogar erstaunlich viele) wissen, darf man (eigentlich) keine negativen Wurzeln ziehen. Doch in einem erweiterten Zahlenraum, dem imaginären, darf man das und es gibt die Theorie, dass unser Universum eben auf einem Imaginären Raum basiert. Das heißt wir dürfen die Wurzel ziehen und reisen dann in die Vergangenheit. Dadurch verliert aber unser Raum seine Linearität, wenn wir in die Vergangenheit reisen. Wir verlassen nämlich "unser" Universum und springen in ein ganz anderes. Sobald wir auch nur eine Millisekunde in die Vergangenheit geflogen sind, ist die Zukunft, die wir eben Verlassen haben, für uns für immer unerreichbar. Denn die Zukunft, die wir gesehen haben, war die, die entsteht, wenn wir nicht auf der Erde sind. Jetzt fliegen wir aber zurück und schaffen somit eine Gegenwart, in der wir auf der Erde sind. Und genau das ist eine völlig andere Geschichte. Wir können also in die Zukunft fliegen und auch wieder zurück (alles theoretisch), nur ist dann die Zukunft, die wir gesehen haben, nicht die, die wir normal erreichen werden. Wir können also unser Leben normal weiter leben und haben mehr oder weniger nur einen SciFi Film mit besonders guter Grafik gesehen . Dabei ist der Weg zurück auch eindeutig bestimmt (da gehe ich unten noch mal drauf ein) und wir landen genau in dem Universum, in dem wir losgeflogen sind.

Die Reise in die Vergangenheit ohne vorherige Reise in die Zukunft ist jetzt ähnlich nur mit schlimmeren Folgen. Denn auch wenn wir direkt in die Vergangenheit reisen (die bei der Reise auch genau die Vergangenheit ist, die wir kennen), verschwindet die Zukunft, also unsere Gegenwart für immer. Denn wir schaffen eine Vergangenheit, in der zeitweise zwei von uns oder halt noch davor einer statt keiner in dem Universum ist. Auch wenn wir nichts tun und nur warten, bis wir wieder in der Gegenwart sind, ist das nicht mehr "unser" Universum. Daher können wir auch in der Vergangenheit ändern was wir wollen (auch unseren Großvater umbringen). Wenn wir danach in die Gegenwart reisen (was ja wie oben bei der Zukunftsreise wieder linear ist) verändert sich die Welt völlig und wir können alles zwischen Hölle und Paradies finden, wenn wir wieder landen, nur nicht unsere Welt. Doch wo ist dann unsere Welt hin. Ist sie verschwunden? Nein, sie existiert weiter, nur halt ohne uns (es könnte auch sein, dass das ganze Universum zusammenbricht, wenn wir in die Vergangenheit Reisen, weil wir schlagartig ein Loch hinterlassen und so u.a. den Massenerhaltungssatz vernachlössigen... ).

Zusammenfassend: Wir können also frei in die Zukunft und die Vergangenheit reisen, haben aber nichts davon, da bei beidem unsere Welt, die wir ja alle mit den Reisen verbessern wollen, für immer unerreichbar verschwindet.

Jetzt komme ich noch mal zu der Eindeutigkeit des Weges. Momentan die am meisten anerkannte Theorie für Zeit u.s.w ist, dass in jedem Moment in unserem Universum jede Entscheidungsmöglichkeit gewählt wird. Daraus entstehen in jedem Moment eine unzählige Anzahl an Universen, die danach parallel weiter existieren. Das ganze kann man sich vorstellen, wie ein Baum, der immer weiter wächst. Am Anfang ist ein einziger Spross da. Es steht die erste Entscheidung an (mit 2 Möglichkeiten) und so wachsen zwei verschiedene Äste. In einer wurde die erste Mgl gewählt, in dem anderen die zweite. Und immer so weiter wächst nach und nach ein riesiger Baum, an dem an jedem Ende ein eigenes Universum steht. Wenn wir zurück reisen, also den Baum abwärts wandern, dann kommen wir ja immer nur an Gabelungen, die nach oben verschiedene Möglichkeiten haben. Nach unten ist immer alles eindeutig. Daher ist die Reise zurück auch in genau die Vergangenheit, die wir kennen. Doch sobald wir wieder anfangen uns nach oben (also in positive Zeitrichtung) bewegen, können durch unsere Anwesenheit ganz andere Entscheidungen gefällt werden, und es wächst ein völlig neuer Baum.