Freundlichkeit

Ich würde als freundlich all das ansehen, was ich (für andere) tue, ohne etwas dafür zurück zu verlangen. Sei es materiell oder auch nur durch Ansehen oder Beliebtheit. Alles, wozu ich nicht gezwungen werde (durch gesellschaftliche Normen) sondern aus meiner eigenen Überzeugung passiert, weil ich meine, es ist gut, wenn ich es mache.
Als Beispiel, wenn ich irgendjemandem (mehr oder weniger fremdes) Physik erkläre. Ich habe keinen direkten nutzen davon, mache es aber dennoch.
Freundlichkeit verlangt nach keinem Danke! oder so. Es lebt für sich selber. Wenn ich jemandem etwas zum Geburtstag schenke, mache ich es, weil ich es machen will. Ich will deswegen nicht auf eine Party eingeladen werden, ich will nichts zu meinen Geburtstag haben, nein, ich will nicht einmal ein Dankeschön hören.
Das sehe ich als Freundlichkeit!.
Der Dank des anderen ist natürlich OK... aber es ist nicht so, dass ich ihn brauche. Mal wieder ein Beispiel: ich schenke einem Kind ein Bonbon. Da sagt die Mutter (fast immer) "und was sagt man"... Kind (gut erzogen kommt reflexartig ein desinteressiertes): "Danke". Ist es das, was ich hören wollte? Habe ich dem Kind ein Bonbon geschenkt, um das zu hören? Nein. ich habe ihm ein Bonbon, weil ich ihm ein Bonbon geben wollte, weil es sich darüber freuen soll/kann/wird... Jetzt kann man natürlich sagen, ich will mich bei dem Kind nur aus irgendeinem Grund beliebt machen. Doch nehmen wir nun weiter an, ich würde das Kind nicht kennen und wahrscheinlich nie wieder sehen... obwohl, einem fremden Kind Bonbons schenken ist ein blödes Beispiel... aber egal, es soll ja nur eine Situation beschreiben... Und diesem Kind schenke ich das Bonbon aus Freundlichkeit.
Was ich damit sagen will:
Jeder Mensch kann sich natürlich für alles bedanken, sei es, weil er so erzogen wurde, sei es, weil ihm danach ist, sei es ironisch. Wenn ich etwas aus Freundlichkeit gebe, hat es für mich keine Bedeutung und bei allen, die unter allen Umständen ein Dankeschön haben wollen, sehe ich ein Geschenk nicht als Geste der Freundlichkeit, sondern der Selbstprofilierung bis hin zum reinen Egoismus.
(ich muss aber zu mir selber sagen, auch ich sage immer "brav" Danke, um anderen Leuten nicht vor den Kopf zu stoßen)